verein für junge kunst

 

white club space#3; 26.09.08;esshaverstrasse 7 salzburg_____________________2008

white club geht 2008 in die dritte runde. mittlerweile können wir (nicht ohne stolz) auf zahlreiche gelungene projekte zurückblicken: 2006 fand der erste space# statt, bei dem in salzburg eine leerstehende 1000qm große industrieanlage vor deren abriss adaptiert und an 4 abenden über einen zeitraum von 4 wochen für ausstellungszwecke genutzt werden konnte. über 50 künstlerInnen aus dem in- und ausland waren hierbei vertreten. autokino, podiumsdiskussion, performances, livekonzerte und barbetrieb bereicherten das programm von anbeginn und sorgten für ein breit gefächertes publikum.
urbane nischen suchend und dem nomadismus verhaftet war der space#2 im september 2007 ebenfalls in ungenutzten hallen untergebracht und zeigte eine fülle an beiträgen junger kunst. im zentrum stand vor allem das mobile in- und auslandsatelier, ein zum "space shuttle" umgebauter ford transit bj. 68, der künstlerInnen und kunstinitiativen als fahrbarer kunstraum fungierte.
nachdem ein grundstück auf dem mond erworben wurde (koordinaten: 26°-30°S/30°-26°w) beschlossen wir, einen schritt weiter zu gehen und uns verstärkt mit dem thema utopie auseinanderzusetzen. im sommer 08 reiste eine delegation ausgewählter k ünstlerInnen nach litauen (operation "space mission"), um in einer mond-artigen landschaft an der ostsee phänomene zu untersuchen, die zur entstehung futuristischer und visionärer projekte dienten (z.B.: das filmprojekt space fiction). gleichzeitig fand ein öffentlich ausgeschriebener architektur-ideenwettbewerb statt zum thema "wir bauen ein kunstmuseum auf dem mond!".
der space#3 steht also ganz im (stern)zeichen der fiktion. er hat wieder internationalen anspruch und vertritt auch standpunkte vieler regionaler künstlerInnen. anders als bei den vergangenen ausstellungsprojekten wollten wir diesmal den aspekt der zusammenkunft aller beteiligten, mitglieder und freunde von white club noch zusätzlich verstärken, indem wir 2008 (nur) einen einzigen präsentationstermin organisieren - sozusagen 4in1: ideenwettbewerb, "space mission", magazinpräsentation und liveacts, alles an einem abend! und hier nun alles in einem magazin!
neben review des vorjahres finden sie ausführliche Information zur Ausstellung Space#3 und aufschlussreiche artikel rund um den mann im mond. poster und bastelbogen gibt´s für die fans gratis dazu.
viel ergnügen beim lesen und (in die zukunft) schauen wünscht

das white club team


 

2008 white club is starting its third round. mean while, we can look back (with pride) on many successful projects: 2006 was the first space #, which took place in Salzburg in an empty 1000qm large industrial building before its knock-down. It was adapted and could be used on 4 evenings over a period of 4 weeks for exhibition purposes. more than 50 artists from home and abroad were represented here. drive-in cinema, panel discussion, performances, live music and bar enriched the program from the beginning and provided a broad audience.
seeking urban niches and referring to nomadism space # 2 in september 2007 was also located in disused rooms and showed a lot of contributions of young art. the focus was mainly set on the mobile artist residence studio, a ford transit (1968) transformed into a "Space Shuttle", which functioned as nomad art space for artists and initiatives.
after a plot of land on the moon was purchased (coordinates: 26 ° -30 ° S/30 ° -26 ° w), we decided to move forward and intensify our research with utopia. during summer 2008 a delegation of invited artists travelled to lithuania (operation "space mission"), to a lunar-like landscape on the baltic sea, in order to investigate various phenomena, creating futuristic and visionary projects (for example the film project Space fiction). at the same time, an architecture ideas competition was launched on the theme "we are building an art museum on the moon."
the character of space # 3 is obviously inspired by fiction. again there are international as well as regional positions. unlike the last exhibition projects, we wanted to increase the aspect of gathering all parties, members and friends of white club, by organizing (only) one single event in 2008 - quasi 4in1: an ideas competition, "space mission", magazine presentation and live acts - all in one evening! and here all in one magazine!
besides review of 2007 you will find detailed information about the exhibition space # 3 and revealing articles about the man in the moon. Posters and cut-out paper models for our fans are thrown in.
enjoy reading and looking (into future)!

the white Club team

fotos of white club space#3 opening at flickr

exhibition / künstlerInnen: alessa, luidas andrikis, vladas balsys, markus dressler, stéphane gilot, andreas greiml, bernhard gwiggner, peter haas, erik hable, andreas hauch, markus hofer, roland hochenauer, eva heitzinger, carlos katastrofsky, johannes kubin, marianne lang, marie-christine laurel, robert neuhauser, birgit pleschberger, wendelin pressl, friedrich rücker, wolfgang schäffer, gerald schicker, roland schüssler, ohne titel, agnes urthaler, darius vaicekausas, severin weiser

live acts: play reading/19:30/ wolfagang berger; sound performance/20:30/ bertrand de colombel; concert21:30/ steven mathewson; concert/22:30/ bertrand de colombel

 

 

 

luidas andrikis *space exploration history ( Klaipeda / installation)

die projektidee möchte die raumfahrt so wie sie sich im lauf der zeit präsentiert hat mit briefmarken illustrieren. während der sowjetzeit waren briefmarken sehr verbreitet, die den fortschritt und die erfolge der raumfahrt dokumentierten. sie wurden veröffentlicht von der sowjetunion und anderen befreundeten staaten (kuba, bulgarien, laos, obervolta, niger, und nicaragua)
die sammlung besteht aus exemplaren, die zwischen 1975 und 1990 herausgebracht wurden.
the idea of the project is to show the space exploration history, presenting history line illustrating it with post stamps. during the Sowjet period it was very common to release post stamps showing the development of the space exploration and achievements in this field. Post stamps, were released by the soviet union and other friendly states (cuba, bulgaria, lao people’s democratic republic, republic of upper volta, republic of niger, and nicaragua).
the collection consists of post stamps released from the year 1975 until 1990.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

erik hable *diverse erscheinungen (salzburg / installation)

I+IV. auflösung der kosmologischen idee von der totalität der zusammensetzung und der abhängigkeit der erscheinungen von einem weltganzen, ihrem dasein nach überhaupt. "du wirst dich mit der zeit daran gewöhnen", sagte die raupe, steckte sich die hookah in den mund und fing wieder an zu rauchen.o anything of nothing first create!
o heavy lightness, serious vanity, misshapen chaos of well seeming forms! feather of lead, bright smoke, cold fire, sick health! still-waking sleep, that is not what it is!
erik hable

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

markus hofer + wendelin pressl *extraterrestrische wunschvorstellungengsgespräche (wien / installation)

es ist ein sehnsüchtiges, beinahe romantisches blicken in den himmel, das man da auf den fotoarbeiten sieht. der wunsch von unten nach oben, ins unbekannte zu spähen scheint für markus hofer und wendelin pressl so groß zu sein, dass sie bei jeder sich bietenden gelegenheit aus dem jeweiligen sich bietenden materialien teleskope und fernrohre fertigen – instrumente zur optischen reise in die unendlichen weiten des alls. parallel dazu ein tatsächlicher vorstoß in die extraterrestrische unendlichkeit: voyager I und II, zwei nasa missionen in den 70er jahren, führten, da klar war dass sie nicht mehr zur erde zurückkehren sondern ins weltall weiterreisen würden, je eine goldene datenschallplatte mit sich. auf diesen platten namens „sounds of earth“ befinden sich, für den fall dass eine außerirdische intelligenz sie dereinst findet, grußbotschaften – der mensch stellt sich vor: mit begrüßungen und guten wünschen an die unbekannten in 55 sprachen, mit bildern und 90 minuten tönen und musik von der erde.
sofern der/die außerirdische über die fähigkeit verfügt schallplatten abzuspielen, kann er/sie verschiedenen klängen lauschen: der wind und das brandungsgeräusch der meereswellen sind ebenso zu hören wie aus-schnitte aus bachs brandenburgischen konzerten, beethovens 5. sinfonie oder chuck berry´s „johnny b. goode“. im ausstellungsbeitrag zu „space mission – flucht in die fiktion“ ist nun alles vereint: die fotografien von den ephemeren fernrohren kombiniert mit einem „realem“ teleskop – erbaut aus vor ort gefundenen materialien – und einem plattenspieler auf dem sich eine gold lackierte vinylplatte dreht. zu hören sind, durch den goldlack verfremdet, stücke von jean michel jarre – jenem produzenten dieser parade-spacemusik der 70er jahre, die einen unmittelbar an diverse weltraumdokumentationen erinnert und eine sphärische stimmung schafft, für diesen beinahe kitschig romantischen wunsch der menschen in die unbekannte ferne zu blicken um das unvorstellbare zu entdecken. the looks into the sky on these photographs are longing, almost romantic. markus hofer’s and wendelin pressl’s wish to look up, to take a glance into the unknown, seems to be so strong that it lets them build telescopes – instruments for an optical journey into the immensity of outer space – on every opportunity that affords itself to them, and with whatever material at their disposal.
parallel to this, a real venture into the extraterrestrial infinity: as it was clear from the beginning that they would never return to earth, voyager I and voyager II, two nasa-missions in the 1970ies, each carried a golden data record with them. stored on these records, called “sounds of earth”, are greeting messages in 55 languages, addressed to aliens for the case that one day they should find the records. man introduces himself: with greetings and good wishes, images and 90 minutes of sounds and music from the earth. provided they are able to play the records, the aliens can listen to various different sounds: the wind, the sounds of the surf, but also samples from bach’s brandenburg concertos, beethoven’s 5th symphony and chuck berry’s “johnny b. goode”. the contribution to the exhibition „space mission – escape into fiction“ puts it all together: the photographs of the ephemeral telescopes are combined with the ‘real’ telescope, built from material found at the place, and a record player, on which turns a gold-coated vinyl disc, which, due to this gold finish, distorts the pieces it plays. exhibition visitors hear pieces by jean michel jarre, the composer of space music of the ‘70ies par excellence. these pieces immediately evoke memories of documentary films about outer space and create a spherical atmosphere, which goes well with this romantic, almost kitchy wish to look into unknown distances and discover the unimaginable.

 

vladas balsys *the kidnapped artist (klaipeda / installation)

zwischen juni und juli 2008 verschwand einer der teilnehmer des internationalen kunstprojektes in nida (litauen) spurlos. später konstatierten zeugen und der entführte k ünstler v. b. selbst, dass es sich um ein geplantes experiment handelte. „schon am ersten tag des projektes erkannte ich nach einer konversation mit den anderen künstlern, die nach nida gekommen waren, dass ich anders bin. sofort nach erhalt einer kodierten digitalen nachricht von johannes kubin verließ ich nida. ich vermied jeden physischen kontakt mit den anderen teilnehmern und beschloss als ich eine anspannung verspürte auch am zweiten tag nicht mehr zu erscheinen. am dritten tag jedoch kam ich wieder in die stadt. aber irgendwie gelang es mir nicht, die anderen projekt-teilnehmer zu finden und so reiste ich nach mehreren stunden wieder ab. in den folgenden tagen nahm ich am projekt teil, jedoch ohne selbst physisch anwesend zu sein. jetzt, im nachhinein denke ich, dass ich von aliens gekidnappt worden bin, obwohl ich sie nie wirklich gesehen habe…“ berichtet v. b. widerwillig.
(anmerkung: aliens sind gefährliche wesen, die in unserer umgebung, unter uns und in uns existieren)
one of the participants of „white club“projects disappeared during the international artistic project in nida (lithuania) on june-july of 2008. witnesses and the kidnapped artist v. b. later on stated, that this was a planned experiment.
„i understood, that I am strange (different) in this project on the first day after a „conversation“ with artists, who arrived to nida. I immediately left nida when I received a coded digital message from johannes. irefused of any physical contact with participants and decided not to appear in the project any more on the second day when I felt tension. But on the third day I again arrived to the town. but somehow I did not managed to meet participants of the project and after several hours I departed. on the following days I participated in the project simply not existing in it physically. now I think, that I was kidnapped by alliens , although I have not seen them anywhere...“unwillingly tells V. B.
Explanations: aliens – dangerous characters, which exist near us, among us and inside us.

artists / projects

 

eva heitzinger *selenografische modellierunge und simulation (salzburg / installation)

die mondoberfläche ist mit einem feinen, puderartigen staub bedeckt. in seiner frühzeit war der mond einem „großen bombardement“ ausgesetzt durch das die mondkrater entstanden. der krater besteht aus einer annähernd kugelförmigen eintiefung, die durch den einschlag und die explosion entsteht. das umliegende material wird weggesprengt und bildet einen kegelförmigen wall. durch das fehlen von erosion bleiben die krater erhalten. das thematische zentrum meiner arbeit ist die oberfläche. ich forme sie aus sand und erkunde ihre sinnlichen qualitäten. nach der abnahme von profilen erstelle ich virtuelle mondoberflächen und trianguliere sie. nach der modellierung eines kraters simuliere ich einen weiteren meteoriteneinschlag, dessen kegelwall sich mit dem ersten wall überlagert. wie verhält sich das neuerlich weggeschleuderte material? reale und virtuelle simulation sollen sich verschränken.wobei die reale simulation durch die tatsache, dass sie irdisch und nicht lunar ist, zu einer pseudorealen simulation mutiert.
the moon’s surface is covered by a fine, powder-like dust. during its early phase, the moon was exposed to a ‚heavy bombardment’, which led to the existence of the moon craters.
the craters are cavities shaped roughly like a ball, resulting from the impact and the explosion. the surrounding material is blown away and forms a cone-shaped wall. Because there is no erosion, the craters are conserved. the thematical centre of my work is the surface. I form it from sand and explore its sensuous qualities. After taking profiles, I create virtual moon surfaces and triangulise them.
after modelling a crater, I simulate another impact of a meteorite, whose cone wall interferes with the first wall. how does the material blown away now behave? i want the real simulation and the virtual simulation to intermingle. The real simulation taking place on the earth, not on the moon, it actually is a pseudo-real simulation.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

johannes kubin *the eys of the beholder (salzburg / videoinstallation)

auf vorerst unbestimmten plätzen im öffentlichen raum sollen sogenannte „rosenkugeln“ aufgestellt und gefilmt werden. die goldenen spiegelkugeln werden an unüblichen orten vorzufinden sein, halb integriert, halb fremdkörper in blumenbeeten, verkehrsinseln, parkanlagen etc. die standorte sowie die anonyme hinterlassenen gegenstände werden per video aufgezeichnet und auf einer blog-seite einem anonymen diskurs ausgesetzt. die gezeigten videoaufnahmen sind gekennzeichnet mit datum, ortsbestimmung und uhrzeit. passanten streifen das blickfeld, autos fahren vorbei, man hört stimmen. unwillkürlich stellt man sich, die frage, ob man schon selbst beobachtet wurde, macht sich auf Spurensuche und schlüpft zwangsläufig von der rolle des beobachteten in die des beobachters.
at still unspecified places in public spaces so-called "rose balls" will be positioned and filmed. the golden mirror spheres can be found in unusual places, like flowerbeds, traffic islands and parks, etc., half integrated into them and half preserving their character of being out of place. the locations as well as the anonymously left objects will be registered on video. these records will be published on the internet in a blog page, inviting to engage in an anonymous discussion about them. there the shown video data is marked with the date, location and time of day. passers-by wander through the convex field of view, cars drive past, voices can be heared. Automatically, the viewer starts to wonder if he has been watched, too. he begins to search for traces and hints and thus inevitably leaves the role of the one being watched and slips into the role of the watcher.

 

marianne lang *space capsule (salzburg / zeichnungen, objekte)

marianne lang beschäftigt sich mit unterschiedlichen architektur-phänomenen, vorwiegend mittels zeichnung, malerei, plastik und video. sie geht dabei weniger von empirischen wahrnehmungsebenen aus, sondern untersucht vielmehr realitätszustände bzw. den subjektiven intensitätsgrad von wirklichkeit ihrer gebauten umgebung. analysiert werden vorwiegend appartements, galerien und computergenerierte raumsimulationen. für das space mission programm entnimmt die künstlerin architektonische elemente gezielt aus unseren wahrnehmungsgewohnheiten und implantiert diese in geschrumpfter form in kleine, rundliche raumkapseln. oberfläche, gefüge und proportion scheinen sich radial zu krümmen, zu verdichten und zu verzerren. statische funktionen und gestalterische aspekte werden im modell ad absurdum geführt. minuziös konstruiert marianne lang ein paradoxon sphärischer kubatur.
marianne lang deals with different architectural phenomena, mainly via drawing, painting, sculpturing and video. it is less based on empirical perception, but researching reality states or rather the intensity level of subjective reality of her built surroundings. the analysis relies on apartments, galleries and computer animated room simulations. for the space mission program deliberately the artist takes architectural elements from our perception habits and implants them as diminished shapes into small, rotund space capsules. surface, structure and proportion appear radially bent, compressed or distorted. Static functions and design aspects become absurd in a minor key. meticulously marianne lang designs a paradox of spherical cubature.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

marie-christine laurel *princess aliénée (paris / installation)

"es war einmal vor langen, langen zeiten der wunsch da, nach einem anderswo. aliénée ist eine außerirdische prinzessin. an dem tag, als sie menschliches haar fand, beginnt sie die lange reise vom mond zur erde. deshalb flechtet sie einen zopf aus der geschichte der menschheit. das garn wird abgerollt und erzählt fortlaufend vom leben jedes einzelnen haars, als symbol der unterordnung, der macht, seiner ästhetischen oder kulturellen bedeutung, als biologischen und zeitlichen zeugen ...
sie beschließt, sich ein harlekinfell zu machen, das ihr erlaubt geschichten zu überqueren, legenden und klischees, so dass sie schließlich irgendwann in den zustand gelangt, welchen die menschen „in den wolken schweben“ nennen. aber aliénée träumt davon, mit beiden füßen auf der erde zu stehen."
“once upon many times was the desire to find an elsewhere. aliénée is an alien princess. since the day she found human hair, she started the long journey from moon to earth.
she therefore braids the history of mankind. the thread unrolls and tells gradually the life of each hair : symbol of enslavement, power, aesthetic or cultural meaning, biological and temporal witness...
she decides to make her harlequin skin allowing her to cross stories, legends, clichés, so that she finally gets to this state that humans used to call “being over the moon”.
aliénée dreams about having her feet on the "ground”.

robert neuhauser *die zukunft unter dem modischen aspekt gesehen (salzburg / zeichnungen)

kleider machen Leute – auch in einer fernen zukunft, in der die menschliche anatomie sich nicht
(wesentlich) verändert hat, und das bedürfnis nach repräsentation immer noch allgegenwärtig ist.
wer ist oben, wer ist unten? „aufgebrezelt“ oder dekorativ? krieger- oder beamten-kaste? mit seinen zeichnungen entlarvt robert neuhauser hierarchische systeme und zeitlose trends. auf die frage, welche kleider er in der welt von morgen tragen möchte, antwortet der künstler: „natürlich die des captains!“
clothes make the man - even in a distant future in which human anatomy has (still) not much changed, and where the need for representation is still omnipresent.
who is up, who is down? toffed up or smart? Warriors or officials caste? With his drawings robert neuhauser exposes hierarchical systems and timeless trends. to the question, what his choice of dressing looks like in the world of tomorrow, the artist replies: "of course like the captain!"

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

birgit pleschberger *undine (salzburg / video)

sehnsucht treibt den menschen und das leben scheint eine nie enden wollende suche zu sein. suche nach gegenwärtigem, zukünftigem oder vergangenem. nach neuem und fremden. und ein endloses suchen nach sich selbst. die videoinstallation undine spricht diese suche, den kampf, die neugier und die – vielleicht kindliche - verwandlung, die sie häufig begleitet an.
die protagonistin - eingehüllt in wasser, abgeschirmt von der greifbaren welt, abgeschirmt von geräuschen– ergibt sich dem kund dem spiel in und mit einer fremden materie und will damit töne zum schwingen bringen, die manchmal unhörbar in uns ruhen. desire is always the motivation of human beeings and life seems to be a never ending search. a(re)search for present, past and future. for strange and foreign things, alien things. and a nonterminating quest for oneself. the video installation undine brings up this search, the fight, the curiosity and the - maybe childish - transformation, which is often part of this metamorphosis. the protagonist - surrounded by water, shielded from noises and isolated from the direct world - is abandoning herself to the combat and the game in and with an external and strange material and wants to create tones, which normally are resting silently in ourselves.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

gerald schicker *mein gott es ist voller sterne ( salzburg / video)

seltsame lichtblitze beschreiben die Szene als die maschine begleitet von einer kleinen kamera durch wurm-lochartige tunnel rast. In echtzeit werden lichtphänomene aufgezeichnet und ergeben das authentische abbild einer chronologie von vergangenheit, gegenwart und zukunft. die differenzierung zwischen oben und unten wird aufgehoben, das gesetz der gravitation verliert an gültigkeit und alles wahrnehmbare beginnt ineinander zu verrinnen.
kann diese fahrt von a nach b als metapher einer terminierten zeitlinie gelesen werden, oder entsteht dadurch nur eine von vielen perspektiven von zeit und raum? Wo und wann beginnt A wirklich, und hört B auf? und außerdem „wenn man in einen tunnel hinein fährt und einen motorschaden hat, holen sie einen ja doch nur wieder auf der anderen seite raus und nicht rückwärts“, so der künstler…
strange flashes define the scene as the machine accompanied by a small camera dashes through wormhole like tunnels. In real-time lighting phenomena are recorded showing the authentic image of a chronology of past, present and future. the differentiation between top and bottom is repealed, the law of gravitation loses validity, any perceivable experience begins to trickle.
can this trip from a to b be read as a metaphor for a terminated time line, or is this just one out of many perspectives of time and space? where and when does a really begin, and B does end? And besides "when you drive into a tunnel and your engine blows up, they gonna pull you out on the other side, and not backwards," says the artist…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

darius vaicekauskas *omeganida (klaipeda / film)

omeganida. die verlorenen episoden der transparenten realität" ist ein science-fiction-film über eine untergegangene mond-zivilisation. der protagonist reist von klaipeda (litauen) nach nida und bemerkt mit einem mal, dass er eine transparente Welt betreten hat. plötzlich findet er sich in omeganida wieder - einem seltsamen ort, bevölkert von der verlorenen mond-zivilisation. von zeit zu zeit hört man die stimme des computers „omega 800“ mit seinen prophetischen botschaften. die hauptfigur des films verbringt zwei tage in omeganida bevor es ihm gelingt zu flüchten. omeganida. the lost episodes of the transparent "reality" is a sci-fi film about the lost civilization from the moon. the main character trevels from klaipeda (Lithuania) to nida. and somehow he discovers that he entered the transparent reality. suddenly he enters the omeganida – the strange place inhabited by the population of the lost civilization from the moon. time after time the voice of the computer omega 800 appears with the predictive messages. the main character of the film spends two days in omeganida and then he escapes from it.

 

 

 

 

steven mathewson *concert (boston)

 

 

 

 

wolfgang berger *schuld / play reading (salzburg)

severin weiser *glare (salzburg / fotografie)

severin weiser untersucht in seiner arbeit “glare” das licht als quelle der fotografie. natürliches licht geht von der sonne aus und wird von allen objekten teils absorbiert, teils reflektiert und zeichnet so auf die lichtempfindliche fläche der kamera ein abbild der dinge, ihrer farben und be-schaffenheiten. in diesen prozess greift der künstler wiederum mit dem grundmedium licht ein. er platziert eine starke lichtquelle ins blickfeld, die wegen ihrer hohen leuchtkraft bzw. intensität als rein weißer fleck erscheint. gleichzeitig werden die umgebenden bereiche des landschafts- und hintergrundbildes partiell gelöscht und verfremdet. die fotografische wiedergabe der jeweiligen objektstrukturen wird durch ein zuviel an licht verhindert. stattdessen dient die unnatürliche licht-quelle dazu, das sichtbare bild einer blendung zu erzeugen. in his work „glare“, severin weiser studies light as seen as the source of photography. natural light is emitted by the sun and is partly absorbed and partly reflected by all objects, thus painting a picture of things, of their colours and properties, on the light-sensitive layer in the camera. the artist interferes in this process, manipulating the light, its basic medium. He puts a strong light source into the field of vision, which viewers perceive only as a white spot, because of its intensity and strong illuminating power. at the same time, this also leads to the surrounding areas of the environment being partially erased and distorted. the photographical rendering of the structures of the objects in question is made impossible by this too strong intensity of the light. instead, the unnatural light source serves to create the optical impression of being blinded.

 

 

 

bertrand de colombel *concert (paris)